Screencasts erstellen mit RecordItNow

Da es leider mal wieder ein paar kleine Hürden zu überwinden gilt um unter Kubuntu 11.10 und KDE 4.7.4 bequem Screencasts erstellen zu können, möchte ich hier ein kleines Howto verbloggen.

Um Screencasts zu erstellen, verwende ich das Programm RecordItNow. Das kleine QT-Programm agiert dabei sowohl als Frontend für das bekanntere RecordMyDesktop, als auch als grafische Nutzeroberfläche für FFmpeg oder MEncoder. Um es zu installieren genügt unter Kubuntu prinzipiell ein

sudo apt-get install recorditnow

Leider wurde das Programm schon etwas länger nicht mehr gewartet und spielt deshalb nicht richtig mit FFmpeg zusammen. Zwar kann man die Aufnahme ganz normal starten, aber eine Beendigung der Aufnahme ist anschließend leider nicht möglich. Mehr dazu findet man auf launchpad.net. Hier ist auch eine Lösung für das Problem zu finden. Es gibt nämlich bereits RecordItNow-Pakete, die diesen Bug nicht mehr enthalten.

recordItNow1

Also habe ich nach der Ausführung des obigen apt-Befehls noch die Bug-freie Version von hier heruntergeladen und mit

dpkg -i recorditnow_0.8.1-0ubuntu1-alex1_amd64.deb

installiert. Es gibt aber auch ein PPA, auf welchem eine funktionierende Version zu finden ist. Ich habe jedoch darauf verzichtet nur wegen diesem Programm ein fremdes PPA hinzuzufügen.

Um nun mit RecordItNow HD-Aufnahmen zu machen, muss man noch die Einstellungen anpassen. Man öffnet dazu die Einstellungen und fügt unter Frame die HD-Auflösung hinzu:

recordItNow2

Weiterhin habe ich noch die FPS auf 24 hochgestellt, den Zielordner für die fertigen Videos angepasst und als Backend FFmpeg ausgewählt (siehe Bild 1). Wenn man jetzt der Meinung ist, dass man schon fertig sei, so irrt man leider. In dieser Konfiguration funktioniert nämlich die Aufnahme des Tons noch nicht. Das liegt am Zusammenspiel von FFmpeg und Pulse-Audio. Aber auch das Problem ist relativ einfach zu lösen, wenn man weiß wie 😉

Begebt euch wieder in den Einstellungsdialog und klickt auf Plugins. Anschließend wählt ihr die Einstellungen von FFmpeg:

recordItNow3

Dort müsst ihr dann den Haken bei Custom Command setzen und die untere Zeile wie folgt abändern

-f alsa -ac 1 -ab 44k -i pulse -f x11grab -qscale 2 -r %{fps} -s %{width}x%{height} -i :0.0 -sameq %{output}

Das ganze sieht dann so aus.

recordItNow4

Habt ihr jetzt euer Mikrofon korrekt in den Systemsettings | Multimedia konfiguriert

recordItNow5
und sind auch sonst im

alsamixer

alle entsprechenden Regler eingestellt (es ist darauf zu achten, dass das Mikrofon nicht auf stumm steht), so steht einem HD-Screencast mit FFmpeg nichts mehr im Wege. Das Video selbst ist anschließend als avi-Datei in dem entsprechenden Ordner zu finden.

Bemerkungen:

  • Eine Aufnahme über das Plugin RecordMyDesktop ist mir nicht gelungen, da zwar der Ton aufgenommen wurde (ich musste auch dort Pulse-Audio einstellen), aber das Video nur aus Artefakten bestand.
  • Es ist mir auch nicht gelungen über RecordItNow direkt das Video auf YouTube hochzuladen.

Fazit:
Das Programm selbst macht einen wirklich sehr guten Eindruck. Es bietet verschiedene Backends, hat eine Anbindung an YouTube und integriert sich perfekt in dem KDE-Desktop. Es wäre jedoch wünschenswert, dass die Entwickler mal wieder ein kleines Update herausbringen, in dem sowohl der Bug mit FFmpeg gefixt wird, als auch die Default-Einstellungen so angepasst werden, dass das Programm von Haus aus mit Pulse-Audio zusammen arbeitet. Auch ein Fix für das YouTube-Plugin wäre wünschenswert. Aber gut, dass RecordItNow so einfach konfigurierbar ist und sich somit fast all diese Unschönheiten mit ein wenig Know-How relativ einfach beseitigen lassen.