Clipit – Ein Manager für die Zwischenablage

Mich stört unter Linux häufig, dass es 2 getrennte Zwischenablagen gibt. Zum einen kann man Text mit STRG+C kopieren, und zum anderen durch markieren des Textes mit der linken Maustaste. Der über die Tastenkombination kopierte Text kann dabei aber nur durch STRG+V (oder entsprechende Menüeinträge) wieder eingefügt werden. Der markierte Text dagegen muss mit der mittleren Maustaste wieder zum Vorschein gebracht werden.

Es gibt also 2 Zwischenablagen, die auf verschiedene Weise be- und entladen werden müssen. Dieses Verhalten stört mich. Viel lieber wäre mir eine gemeinsame Zwischenablage, die sowohl mit der Maus, als auch mit den Standardtastenkombinationen bedient wird.

In KDE lässt sich mein gewünschtes Verhalten leicht im Klipper (KDE Zwischenablage-Manager) einstellen. Unter Ubuntu Unity gibt es so etwas von Haus aus leider nicht. Hier springt ClipIt in die Presche. Es ist bereits in den Standardquellen zu finden und lässt sich einfach über

sudo apt-get install clipit

installieren. Ist die Installation abgeschlossen, so startet ihr das Programm über das Dash durch Eingabe von clipit. Jetzt solltet ihr ein neues Symbol oben rechts auf den Panel sehen. Klickt mit der rechten Maustaste auf das Symbol, um die im Bild zu sehenden Einstellungen vorzunehmen.

Clipit

Clipit

ClipIt sollte nun aus den üblichen 2 Zwischenablagen eine gemacht haben.

Leider hat ClipIt standardmäßig kein monochromes Symbol spendiert bekommen. Das lässt sich aber nachbessern. Ich verwende hierzu Symbole von devianart.com. Installieren kann man ein monochromes Symbol dann mit:

sudo apt-get install p7zip
wget http://www.deviantart.com/download/161002817/Ubuntu_Mono_Parcellite_Icon_by_Ramzea.7z
p7zip -d Ubuntu_Mono_*
sudo mv /usr/share/icons/hicolor/scalable/apps/clipit-trayicon.svg /usr/share/icons/hicolor/scalable/apps/clipit-trayicon.svg_backup
sudo cp parcellite-lucid-icons/gtk-paste.svg /usr/share/icons/hicolor/scalable/apps/clipit-trayicon.svg # helles Icon
# sudo cp parcellite-lucid-icons/gtk-paste2.svg /usr/share/icons/hicolor/scalable/apps/clipit-trayicon.svg # dunkles Icon

Wenn ihr wollt, dass ClipIt bei jedem Login gestartet wird, so solltet ihr das Programm zum Autostart (Startup Applications) hinzufügen. Es ist auch möglich bei ClipIt komplett auf das Programmsymbol zu verzichten. Dazu müsst ihr das Tool mit

clipit -n

starten. Diese Variante bevorzuge ich, da so mein Panel etwas übersichtlicher bleibt.

Das war’s! Für mich ist das Arbeiten so viel angenehmer und vielleicht für den einen oder anderen auch 🙂

  • charly Mayrhofer

    Ich verwende für das Glippy – ebenfalls in den Quellen, monochromes Symbol und mit “Schnipseln” und so! Fügt auch beide Ablagen zusammen.

    • maroony

      Danke für den Tipp! Glippy ist aber nicht in den offiziellen Quellen von Ubuntu 12.04! Glippy hat zwar ein paar Features mehr, allerdings brauch ich diese nicht. Deshalb verwende ich lieber ein Tool, dass ich ohne PPA installieren kann.

  • Alex

    Ich versteh dein Problem nicht so richtig … Ich kann problemlos Text mit der linken Maustaste markieren und über Rechts-Klick kopieren und dann aber wieder mit STRG+V einfügen bzw. Text mit STRG+C kopieren und dann über Rechts-Klick wieder einfügen … oder was meinst du??? –> Ubuntu 11.10, Kernel 3.0.0-17

    • maroony

      Bei deiner Vorgehensweise verwendest du nur die Zwischenablage, die du mit STRG+C oder eben Rechtsklick-Menü befüllen kannst. In Linux gibt es aber eine weitere Zwischenablage. Versuch mal folgendes: Starte einen Editor, z. B. gedit.

      Schreibe nun 2 Worte und markiere diese mit der Maus (d. h. kein Menü oder STRG+C verwenden). Jetzt kannst du diese Worte an einer anderen Stelle mit der mittleren Maustaste wieder einfügen. Es wird dir aber nicht gelingen diese mit STRG+V oder Rechtklick “Einfügen” wieder zum Vorschein zu bringen, weil die Worte in der anderen Zwischenablage sind!

      Konntest du es nachvollziehen?

      • Alex

        Ohhh!!!! Tatsächlich 🙂

        Das war mir nicht ganz ersichtlich aus deinem Text. Ich nutze Ubuntu schon seit bestimmt 6 Jahren, aber diese Funktion ist mir gänzlich unbekannt gewesen 🙂 Danke!

        Allerdings sehe ich ehrlich gesagt auch keine große Notwendigkeit dieses Verhalten zu ändern, da ich, wenn man das mal logisch betrachtet, du ja eigentlich mit der mittleren Maustaste nichts in die Zwischenablage verfrachtest, ich sehe das eher als Verlinken an und andererseits verstehe ich auch nicht wirklich, warum du dieses Verhalten ändern willst, es ist ja in dem Sinne keine Mehrarbeit, wenn du den Schritt über die mittlere Maustaste gehst, im Gegenteil eher kürzer …

        Aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden, ist nur meine Ansicht.

        Grüße

        • maroony

          Das Problem dabei ist bei mir nur, dass ich mal Text einfach nur mit der Maus markiere und mal mit STRG-C. Oft versuche ich den Text dann mit der genau falschen Methode wieder hervor zu bringen. Die Folge, der falsche Text wird eingefügt (oder gar keiner). Das nervt und lenkt mich ab.

          Ich finde das kopieren von Text nur über bloßes markieren echt Klasse und nutze das schon seit meinen ersten Linuxtagen. Aber diese Trennung der beiden Zwischenablagen behindert mich mehr, als das sie mir nützt.

          Btw, ich finde es auch erstaunlich, dass sogar Ubuntu nicht standardmäßig aus den 2 Zwischenablagen eine macht. Es wäre auf jeden Fall Einsteiger-freundlicher.

  • Gast

    Ich mag eigentlich diese Trennung. Kommt ja doch gelegentlich vor, dass ich texte kopieren möchte ohne die Zwischenablage aus CTRL+C zu überschreiben.

  • Super wie man an den im Planeten erkennen kann wer Octopress benutzt 🙂 Go octopress!

    • maroony

      Das hab ich mir auch schon gedacht 😉 Bist du den “Problem” schon auf den Grund gegangen?

      • Nope. Das ist auch nicht wirklich mein “Problem”. Aus dem RSS/ATOM Feed kommt alles richtig raus. Was der Planet dort noch draus macht kann ihc nicht beeinflussen.

        Es gibt dazu schon einen Bug im Inyoka Bugtracker. Dort wird überlegt ob man solche Tags filtert.

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